Dienstag, 22. September 2026

Tag 9: Triest bis Poreč

Triest bis Poreč:
 
Mein Hotel bot mir Frühstück ab 7 Uhr (eigentlich wäre ja Frühstück ab 7 Uhr 30 vorgesehen, aber bei der Ankunft in Triest hatte ich mir ein frühes Frühstück schon ausgehandelt). Gestärkt fuhr ich um 7 Uhr 47 los. Der Wetterbericht meldete Sonnenschein bei einer Temperatur bis 22 Grad. Mein Thermometer zeigte 15 Grad an. Passt :-)

Links ums Hotel, rüber auf den Gehsteig, gegen die Einbahn, um die Baustellenbarrikade herum und ich war am Kai auf meinem Radweg. Ich fuhr zum alten Bahnhof Campio Marzio, dem Ausgangspunkt der Parenzana. Noch ein Foto vom ersten Radwegschild der Parenzana, und es ging los - auf historischen Spuren.


Bergauf - bergauf - und wieder bergauf. Bist du g'scheit. Eigentlich war es ja klar. Um Triest zu verlassen, muss man bergauf fahren. Auch auf der Parenzana. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob die ersten Kilometer auf der Parenzana wirklich dem Verlauf der historischen Bahnlinie entsprechen. So zickzack und auf und ab kann die Bahn gar nicht gefahren sein. Ich brauchte 13 km und 140 Höhenmeter, um die Ortsende-Tafel von Triest zu erreichen. Die letzten Kilometer in Triest fuhr ich auf der Bundesstraße SS14 und ab Ortsende auf der Bundesstraße SP 14. Zusammen mit 56478302 Autos und LKWs.
 
In Muggia - nach gefahrenen 15 km - bog ich endlich in den eigentlichen Radweg ein. Und ab hier sah man auch, dass hier eine Bahn gefahren sein muss und ich meistens auf der Trasse unterwegs war. Ich fuhr diesen ersten Teil auf feinstem Asphalt. Der Radweg ist sehr gut ausgeschildert. Man sieht immer wieder Tafeln mit Erklärungen. Vielfach fuhr ich durch einen Wald, ab und zu durch ein altes Viadukt. Für mich war dieser Teil Wiederholung, da ich die Parenzana nun schon zum vierten Mal gefahren bin. Und sie gefällt mir immer wieder. :-)


Bei Rabuiese / Skofje passierte ich die italienisch-slowenische Grenze. Weiter ging es auch hier durch Waldabschnitte, aber auch durch Auenlandschaften ...





.. bis Koper, wo mich der Radweg ein Stück durch die Stadt lotste. Ich erreichte die Küste und fuhr ab hier auf der Luxus-Tangente, Radweg und Fußgängerweg nebeneinander die Küste entlang. Zuerst dachte ich, die historische Parenzana-Bahn wird doch nicht genau am Meer entlang gefahren sein? Doch! Das ist sie tatsächlich! Das zeigen sogar alte Bilder, die an der Mauer neben dem Radweg hängen.




Auf der Luxus-Tangente blieb ich bis Izola. Und auch danach war ich in der Nähe des Meeres unterwegs und konnte es immer wieder sehen. Kurz nach Izola fuhr ich durch einen alten Tunnel. Er war nur schummerig beleuchtet, aber man konnte trotzdem gut sehen. Entrisch war es trotzdem :-)
 



Bei Strunjan ging es gleich durch den nächsten Tunnel, den längsten an der Parenzana.
 




Kaum war ich durch den Tunnel durch, ging es steil bergab (30 % Steigungsgrad!) nach Portoroz.



Auch hier ein Relikt aus der Zeit der alten Bahnlinie.
In Portoroz wollte ich mir in einem Café einen Kaffee gönnen. Nichts. Haben wir nicht. Also fuhr ich ohne Kaffee weiter.

Meine Route führte mich direkt durch einen Campingplatz mit anschließendem FKK-Strand. Ich hätte glatt baden gehen können. Hätte, hab ich aber doch nicht. Nach dem FKK-Strand entdeckte ich zuerst einen alten kleinen Hafen und fuhr anschließend eine recht große Saline entlang.






Aaaah, noch 1,2 km bis zur kroatischen Grenze. Und diese war eine "echte" Grenze, allerdings ohne Passkontrolle. Der Kontrollor im Grenzkontrollkammerl hat mich nur weitergewunken

Und kaum war ich über der Grenze, verließ ich die Parenzana und blieb auf der Bundesstraße 200. Die Parenzana bin ich insgesamt schon 4-mal gefahren. Heute stand sie nicht auf meinem Programm. Leider war es damit auch aus mit der Idylle. Ich teilte mir die Hauptstraße mit 675482048532 Autos, Wohnwagen und LKWs. Das Meer sah ich nicht mehr. Ich musste mich aber sowieso eher auf die Straße konzentrieren, als auf die Umgebung zu achten.

Einen Vorteil hat das Fahren auf der Straße allerdings schon: die Infrastruktur samt Kaffee Nummer 2 und Mineralwasser Nummer 3. Außerdem kaufte ich mir bei der Gelegenheit eine weitere kleine Tube Sonnencreme, da mein Vorrat allmählich dahinschrumpfte. Den Einkaufsstopp nutzte ich gleich für eine kurze Mittagspause, um einen Teil von meinem Proviant zu essen: ein halbes Weckerl, 2 Bananen und dazu den Rest meiner 2 Fahrradflaschen.

In Novigrad näherte ich mich wieder der Küste und überquerte auf der Antenal-Brücke die Mirna-Mündung. Hier hat man einen traumhaften Blick auf die Mündung der Mirna und auf das Flusstal! Wenn kein Auto in Sicht ist, kann man sogar kurz stehen bleiben und ein Foto machen :-)




Poreč erreichte ich um 16 Uhr 02, mein vorgebuchtes Quartier (diesmal wieder eine Ferienwohnung) um 16 Uhr 40. Ferienwohnungen haben den Vorteil, dass man zeitunabhängig ist. In Kroatien ist das Angebot an Ferienwohnungen und Apartments groß. Und in einer Stadt wie Poreč findet man auch viele Einkaufsmöglichkeiten. Greißler und Supermärkte haben meistens bis 21 Uhr oder sogar länger geöffnet, so dass ich zuerst in Ruhe Zimmer beziehen konnte, bevor ich mir mein Frühstück organisierte. Einkaufen fürs Frühstück verbinde ich in dem Fall immer mit dem Abendessen. Einen zweiten Vorteil hätte ich fast vergessen: das Rad kann ich meistens ins Apartment stellen. Damit muss ich nicht alles abmontieren. Die seitlichen Packtaschen kann ich auf dem Rad lassen und trotzdem öffnen. Die Lenkertasche kann auch bleiben. Nur den Rollsack muss ich abmontieren.

Diesmal war das allerdings nicht so. Mein Rad steht im Atelier. Der Vermieter ist Maler. :-)


Mein Zimmer ist im 2. Stock. Rauftragen wäre also keine Option gewesen. Mein Apartment ist riesengroß. In der Küche fand ich eine italienische Kaffeemaschine sowie eine Dose mit Kaffee, im Kühlschrank steht eine Mineralwasserflasche (2 Liter).

Ich war zuerst einkaufen, danach machte ich einen Spaziergang durch die Innenstadt.






Und zuletzt setzte ich mich in eines der Straßenlokale für mein Abendessen. Penne mit Lachs. Köstlich! Zum Abschluss bestellte ich mir einen Kuchen mit Schoko beträufelt. Ebenfalls köstlich.

Mittagessen: halbes Weckerl, 2 Bananen am Wegesrand
Übernachtung: Orion Apartment - Zimmer riesengroß, sauber und gut. WLAN funktioniert sehr gut. Preis für eine Ferienwohnung gehoben (auch Poreč ist nicht gerade preiswert)
Abendessen: sehr gut! Gegessen hab ich Penne mit Lachs, danach einen Kuchen mit Schoko beträufelt in einem der vielen Straßenlokale in der Innenstadt
 
Gesamtstrecke 92,37 km
Zeit in Bewegung 6 h 24'
Gesamtzeit 8 h 55'
Temperatur in der Früh 15 °C, tagsüber bis zu 23 °C
Sonne pur den ganzen Tag

Summe aller Steigungen: 955 m
Höhe Triest: 13 m ü NHN
Höhe Poreč: 16 m ü NHN

2 Kommentare:

  1. Ooohhhh Porec. In jungen Jahren mindestens 5x im Jahr da. Ist fast wie eine zweite Heimat

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