Samstag, 19. September 2026

Tag 6: Ljubljana bis Postojna

Ljubljana bis Postojna:

Tagwache war heute um 5:55. Ich wusste, der Tag wird anstrengend, einige Bergaufs standen auf dem Programm, und ich wollte mir vor allem Zeit für einen Naturpark kurz vor Postojna nehmen. Mein Frühstück hatte ich mir am Vorabend beim Interspar gekauft. Kaffee kochte ich mit der Filterkaffeemaschine. Besser als gar kein Kaffee. Ohne Kaffee komm ich nicht in die Gänge.

Der Wetterbericht meldete Wolken mit sonnigen Abschnitten, das Thermometer zeigte 15 Grad an.

Dank Navi fand ich ganz einfach aus Ljubljana raus und konnte noch ein bissl die Ljubljanica entlangfahren.



In Jezero, nach ca. 17 km Fahrt, kündigte sich der "Berg des Tages" an. Ich fuhr am Fuße eines bewaldeten Hügels entlang, bevor der Anstieg begann. Auffi auf den Berg war die Devise. Der Anstieg auf eine Höhe von 890 m war allerdings halb so wild. Zweimal war er von einem kurzen Flachstück unterbrochen, der maximale Steigungsgrad betrug 15 %, und die hatte es immer nur kurzzeitig. Nach dem Erreichen der 890 m waren ein paar Aufs und Abs dabei, die mich auf eine Höhe von 985 m brachten. Landschaftlich war die Strecke sehr schön. Anfangs war die Landschaft mit Nebel überzogen, aber der Nebel lichtete sich bald. Der Wetterbericht hielt, was er versprochen hatte. Wolken mit sonnigen Abschnitten.








In Cerknica fand ich ein Café, in dem ich mir eine kleine Pizza und eine große Flasche Mineralwasser kaufte. Kaffee hatte sie leider nicht. Das hol ich am Abend nach. Nach meiner Stärkung folgte ich wieder dem EuroVelo 9 - auf die Piste. Ich fuhr in ein Naturschutzgebiet, auf teils grob schottrigem Weg mit Löchern, Furchen, bergauf und bergab. Erstaunlicherweise nannte sich diese Piste Straße Nr. 914! Straßen mit einer gelben Nummerierung hatten bisher etwas anders ausgesehen. Das Naturschutzgebiet, durch das ich fuhr, nannte sich Rakov Škocjan:

Rakov Škocjan ist ein Tal und seit 1949 Naturreservat in Innerkrain nahe der slowenischen Stadt Cerknica. Der Bach Rak hat sich durch die Karstfelsen geschliffen und somit zwei natürliche Brücken geschaffen: die kleine und die große Naturbrücke, die etwa 2,5 km auseinander liegen. Diese zwei Brücken sind der Ein- und Ausgang einer Höhle, die zusammenstürzt ist. Am Ende verschwindet der Fluss in der Weberhöhle. Diese diente 1964 als Kulisse bei der Verfilmung von Winnetou 2. Teil.


Wie auch bei meiner letzten Fahrt durch diese Landschaft im Jahr 2023 schaute ich mir das Naturschutzgebiet genauer an. Ich kletterte runter zur Höhle Zelske Jame, die durch einen Tunnel mit einer zweiten Höhle verbunden ist. Hier sah ich auch die oben erwähnte kleine Naturbrücke. Mein Rad musste ich (mit Bauchweh) oben an der Hinweistafel angehängt stehen lassen.







Auf dem Rückweg zur Piste hätte ich mein Rad fast nicht mehr gefunden. Die Pfade abseits der Piste verzweigten sich mehrmals. Irgendwann war ich auf einer Forststraße, aber es war nicht die 914. Wie gut, dass ich mein Navi in der Hand hatte! Ich peilte mit meinem Navi den letzten Standort an und ... fand tatsächlich mein Rad wieder.

Ich fuhr die Piste weiter, hatte immer wieder Einblick in die Felsenlandschaft, in die Schlucht, in der unten die Rak floss. Und zur großen Naturbrücke kletterte ich ebenfalls runter, um sie zu bewundern.







Nach etwa 10 km Piste ging die Nr. 914 wieder in eine Asphaltstraße namens Nr. 914 über. 150 Höhenmeter fehlten mir noch. Die konnte ich auf Asphalt fahren, bevor ich in Postojna war. Die Stadtgrenze erreichte ich um 15 Uhr 42, mein vorgebuchtes Hotel ein paar Minuten später.

Was für eine tolle Etappe! Ich traf ein deutschsprachiges Ehepaar bei meiner Kletterpartie. Die sind den gesamten frei zugänglichen Abschnitt der Rak zwischen der Höhle Zelške Jame und der Weberhöhle, in der die Rak wieder verschwindet, entlang gegangen. Das muss ich bei meinem nächsten Besuch auch machen!

Mittagessen: Pizza und 1 Liter Mineralwasser in einem Café in Cerknica.
Übernachtung: Hotel ECO Center - Zimmer riesengroß, ruhige Lage, Frühstück ab 7 Uhr. WLAN funktioniert super. Preis gehoben. Das war für Postojna zu erwarten.
Abendessen: köstliches Essen in einer Pizzeria in der Nähe meines Hotels. Details im nächsten Absatz.

Ich war jetzt eine Runde spazieren in Postojna. Nix los. Postojna ist bekannt für die Adelsberger Grotte (die hab ich bisher noch nicht gesehen) und die Burg Predjama (hab ich 2022 gesehen). Aber ich hab ein gutes Lokal gefunden, in dem ich ausgezeichnet gegessen hab. Eigentlich nur eine Pizzeria. Aber ich hab köstliche Keine-Ahnung-was-das-war gegessen. Es waren längliche Dinger, die wie Stangerln ausgesehen haben. Sie haben aus Nudeln bestanden. Dekoriert mit einer Tomatensauce. Dazu eine Pizzabrotstange mit einem delikaten Aufstrich. Zum Abschluss Apple Pie mit einer Kugel Zimteis. Aber das war kein Apple Pie, so wie ich es kenne. Das war ein Arrangement von gekochten Apfelstücken, dazu geriebene und gehackte Pistazien, dekoriert mit Vanillesauce. Darauf lag ein gewelltes Keks (Canestrelli?) und oben auf eine Kugel Zimteis. Himmlisch. Auch wenn die Erklärung vermutlich zu wünschen übrig lässt :-) Espresso doppio durfte natürlich nicht fehlen. Und 1 1/2 Liter Mineralwasser hab ich ebenfalls getrunken.

Gesamtstrecke 62,31 km
Zeit in Bewegung 5 h 27'
Gesamtzeit 8 h 21' (da sind meine Kletterübungen inbegriffen)
Temperatur in der Früh 15 °C, tagsüber bis zu 33 °C
in der Früh Nebel, bald sonnig mit steigenden Temperaturen

Summe aller Steigungen: 1.056 m
Höhe Ljubljana: 287 m ü NHN
Höhe Postojna: 567 m ü NHN

3 Kommentare:

  1. Das will ich auch sehen. Bereits notiert für einen Abstecher bei der nächste Fahrt nach Istrien

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    1. Wenn du in der Gegend bist, musst du auch unbedingt den Zerknitzer See sehen! Ich hab ihn diesmal ausgelassen (ich war ja 2023 schon da), weil der Wasserstand zur Zeit niedrig ist. Der See ist nur ein See, wenn genug Wasser da ist. 2023 war das der Fall.

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