Samstag, 3. Oktober 2026

Tag 19 und 20: Rückfahrt nach Wien - Teil 1 von Zadar nach Zagreb mit dem FlixBus; Teil 2 von Zagreb nach Wien mit dem Zug

Rückfahrt nach Wien:

Teil 1: von Zadar nach Zagreb mit dem FlixBus:

Nach einem ausgiebigen Frühstück packte ich mein Rad und mein Gepäck und fuhr zum Busbahnhof. In Zadar gibt es keine Züge, man kann von Zadar und nach Zadar nur mit dem Bus fahren. Die geplante Abfahrtszeit war 11 Uhr 30. Zu meinem Ticket hatte ich Sondergepäck für mein gefaltetes Fahrrad dazugebucht, da der Bus keinen Fahrradträger hatte.





Passt :-) Mein Rad und mein Gepäck waren im Kofferraum des Busses verstaut. Der Bus hatte (nur) eine Verspätung von 10 Minuten, was mich nicht weiter störte. Ich hatte mir in Zagreb ein Hotelzimmer gegenüber vom Bahnhof gebucht. Am Abend schaute ich noch rüber in die Bahnhofshalle. Der Schalter hatte noch offen. Und ich fragte nach, von welchem Gleis mein Zug fahren würde. Bahnsteig 2. Kein Aufzug, nur eine Treppe. Na super.

Teil 2: von Zagreb nach Wien mit dem Zug:

Frühstück gab es ab 6 Uhr. Abfahrt meines Anschlusszuges von Zagreb nach Wien war für 7 Uhr 06 geplant. Mein Frühstück fiel trotzdem knapp aus. Ich hab so meine Erfahrungen mit Zugsverbindungen, Bahnsteigen und kurzfristigen Änderungen. Ich ging daher um 6 Uhr 30 mit meinem beladenen Fahrrad rüber. Auf der Anzeigetafel stand nach wie vor Gleis 2. Somit startete ich meine Schleppaktion: Gepäck abmontieren, Gepäck runtertragen, zurück rauf, Rad runtertragen, das Ganze wieder rauf zum Bahnsteig Nummer 2. Und ein paar Minuten später stand schon mein Zug auf dem Gleis vor mir. Super! Der Zugbegleiter rief mir schon zu und zeigte mir den Fahrradbereich. Der erste Waggon hatte einen Ladebereich für Fahrräder. Er hob mein Rad und meine Gepäckstücke in den Laderaum, ich musste das Rad nur noch mit dem Riemen fixieren.


Die Ankunft in Wien war pünktlich, vom Bahnhof hatte ich nur noch ein paar Kilometer nach Hause. Ich fuhr vorher noch zu einer Tankstelle, um mein Rad samt Beladung in der Selbstbedienungswaschbox abzuwaschen.


Resumée:

Mein ALTERNATIVPROGRAMM war im Prinzip ein Teil der geplanten langen Tour, bei der ich verschiedene Varianten oder Optionen überlegt hatte. Die Pliticer Seen kamen spontan dazu, die hatte ich gar nicht geplant. Die Majstorska Cesta über den Mali Alan im Velebit hatte ich als mögliche Variante im Hinterkopf. Einige Etappen änderte ich kurzfristig unterwegs ab, der Vratnik ergab sich aufgrund einer Streckenänderung, die ich mir beim Frühstück angeschaut hatte. Ich kann auch spontan sein. :-)

Ich hab viel gesehen, viel erlebt, Natur genauso wie historische Strecken und Bauwerke.
Meine Highlights waren:

SLOWENIEN:
- das Naturreservat Rakov Škocjan, das ich nun schon zum zweiten Mal besucht habe
- die Parenzana, ein historischer und interessanter sowie schöner Bahntrassenradweg

ITALIEN:
- Triest, ebenfalls eine Wiederholung

KROATIEN:
- Limski Kanal
- insgesamt die kroatische Küste, die einerseits landschaftlich wunderschön ist und andererseits aber auch stark verkehrsreich und nervenaufreibend; ein Mindestabstand zu Radfahrern ist in Kroatien unbekannt!
- Plitvicer Seen, einfach ein Paradies!
- die Majstorska Cesta über den Mali Alan im Velebit, eine historische fast 200 Jahre alte Schotterpassstraße aus der k&k Zeit. Die Gegend um den Mali Alan diente als Filmkulisse für die Winnetou-Filme. Interessant, sehenswert, beeindruckend, spektakulär, abenteuerlich. Sie war meine letzte und gleichzeitig anstrengendste Etappe.


Pannen hatte ich keine. Das Wetter war genial. Ich hatte nur einen Regentag, ansonsten immer gutes bis sehr gutes Wetter mit blauem Himmel und Sonnenschein.

Meine Rückfahrt war diesmal völlig unkompliziert und einfach, allerdings teilte ich sie mir in zwei Etappen:
Zadar – Zagreb mit dem FlixBus
Zagreb – Wien mit dem Zug


Der Tourverlauf ist auf der Startseite sichtbar. Hier noch einmal:


Ich hab ein Fotoalbum angelegt, um die Fotos Revue passieren lassen zu können:

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Tag 18: PAUSE in Zadar

PAUSE in Zadar:

Ich hab heute beschlossen, faul zu sein. Die gestrige Etappe war doch recht fordernd und anstrengend. Lange geschlafen hab ich auf jeden Fall. Danach hab ich lange und gemütlich gefrühstückt. Da meine Tour hier endet, muss ich auch nicht Wäsche waschen.

FlixBus bis Wien halte ich nicht aus, aber Flixbus Zadar-Zagreb ist noch im Bereich des Erträglichen. Dieses Ticket buchte ich online.

Es gibt täglich einmal einen Zug von Zagreb nach Wien ohne Umsteigen. Alle anderen Verbindungen haben mehrmaliges Umsteigen, teilweise Schienenersatzverkehr und ähnliche Scherze. Aber um 7 Uhr 06 kann man in einen Direktzug einsteigen. Den buchte ich ebenfalls online. Das bedeutete aber auch, dass ich eine weitere Übernachtung in Zagreb brauchte. Ein Hotel in Bahnhofsnähe.

Mein erster Weg heute war in Richtung Strand und Uferpromenade. Sightseeing war mir zu anstrengend, daher blieb es bei Spazierengehen und Kaffee trinken. Anschließend schaute ich mir noch den Busbahnhof und das FlixBus-Terminal an, um morgen keine Überraschungen zu erleben.





Morgen beginnt die zweiteilige Rückfahrt (HOFFENTLICH einigermaßen stressfrei) ...

Höhe Zadar: unverändert 5 m ü NHN (bezieht sich auf mein Hotel).

Tag 17: Sveti Rok bis Zadar

Sveti Rok - auf der Majstorska Cesta über den Mali Alan - Zadar:

3 Grad! Ich glaub's ja nicht, dass es im September so kalt sein kann. Nebel war heute in der Früh nicht so dicht wie gestern, der blaue Himmel und die Sonne waren deutlich zu sehen. Der Wetterbericht meldete Sonne mit einer Temperatur bis 20 Grad. Fazit: Softshelljacke zusätzlich zur Übergangsjacke, Schal, Stirnband und die geschlossenen Handschuhe wie gestern. Tagwache war wieder um 6 Uhr, und Frühstück hatte ich selbst am Abend eingekauft.

Heute war ich nervös. Ich hatte gestern noch im Internet recherchiert. Die Strecke, die ich fahren wollte, war angeblich gesperrt. Von beiden Seiten gesperrt, doch nur von einer Seite gesperrt, Sperre wurde aufgehoben, Sperre wurde erneut verhängt. Googlemaps zeigte mir eine Sperre in beiden Richtungen. Alles zu. Hm ... Was mach ich nun? Wenn die Meldungen alle widersprüchlich sind, gibt es nur eins: Probieren geht über studieren! Ich fuhr einfach los. Und warum meine Nervosität? Und meine Recherchen? Was war mein Vorhaben?

Die Majstorska Cesta über den Mali Alan.
Die Majstorska Cesta (auf Deutsch "Meisterstraße") ist eine historische, 41 Kilometer lange Schotterstraße über das Velebit-Gebirge in Kroatien. Sie verläuft zwischen Sveti Rok (Lika) und Obrovac (Dalmatien) über den Mali-Alan-Pass (1.044 Meter Höhe). Erbaut wurde sie zwischen 1825 und 1832 im Auftrag des Wiener Hofes unter der Leitung von Major Josip Kajetan Knežić. Sie sollte damals Wien und die Küstenstadt Zadar über das unwegsame Gebirge verbinden. Die Straße wurde komplett in Handarbeit aus Kalkstein gemeißelt. Sie ist weitgehend im Originalzustand des 19. Jahrhunderts erhalten und seit 2007 ein geschütztes Kulturdenkmal.

Der Tulove Grede entlang dieser Strecke ist ein spektakulärer, schroffer Kalksteinfelsen. Dieser Felsen und das gesamte Gebiet dienten als Filmkulisse für die Winnetou-Filme. Zu Ehren von Pierre Brice wurde eine Gedenktafel am Fuße des Tulove Grede an einer Mauer angebracht.

Genau diese Straße war mein Vorhaben!

Um 7 Uhr 51 fuhr ich los. Bei 3 Grad plus. Zurück zur Hauptstraße und nach rechts. Nach 2,5 km bog ich schon ein in die Majstorska Cesta.



Hier war die Majstorska Cesta ja noch eine zivilisierte und gepflegte Asphaltstraße. Aber ich wusste ja, dass das nicht so bleiben würde. Der Nebel löste sich bald auf, und ich tauchte in einen Wald ein. Mal war der Wald dichter, dann wieder etwas lichter. Ab und zu sah ich Kriegsrelikte (aus dem Kroatienkrieg in den 1990er-Jahren) am Wegesrand.



Nach ca. 5,5 km war es aus mit dem gemütlichen Asphalt. Die Straße verwandelte sich in eine wilde Piste aus Schotter, kleinen Steinen, großen Steinen, Furchen von den letzten Regenfällen, Gruben, Löchern, felsigem Untergrund. Das Fahren wurde zur Schwerstarbeit.





Ich kam sogar an einem Hochstand vorbei. Wäre da kein Warnschild gewesen, wäre ich gerne raufgeklettert, um einen Blick auf die Landschaft zu werfen. Allerdings hat die Treppe nicht gerade vertrauenswürdig gewirkt. Also lieber doch nicht. :-)


Die Straße war eigentlich nicht sehr steil. Aber so steinig und unwegsam war es trotzdem mühsam. Ich rutschte immer wieder weg. Einen Sturz wollte ich nicht riskieren. Daher schob ich zeitweise mein Rad.


Der Wald lichtete sich, und auf einmal hatte ich einen offenen Blick auf das Bergpanorama. Ich war oben! Ich war auf dem Mali Alan, dem westlichen Übergang über das Velebit-Gebirge! Ich hatte es tatsächlich geschafft. Die Passhöhe ist unspektakulär. Ein Stein, der nicht einmal eine Inschrift trägt, weist darauf hin, dass man den höchsten Punkt erreicht hat. Aber aus dem Wald herauszukommen und auf einmal eine ganz andere Kulisse vor sich zu haben, war beeindruckend.


Ursprünglich hatte ich mir ja gedacht: die Südrampe ist als sehr schwer fahrbar und in sehr schlechtem Zustand beschrieben, schlechter als die Nordrampe. Daher fahr ich den gleichen Weg durch den Wald wieder zurück. Ich stornierte meine Übernachtung in Zadar und ließ mein Rad an der Passhöhe stehen. Ich machte nur ein paar Schritte zum Fotografieren, als zwei Motorradfahrer neben mir anhielten. Mit österreichischen Kennzeichen. Ich kam ins Gespräch mit ihnen und fragte nach dem Zustand der Südrampe. "Die ist wie eine Autobahn, überhaupt keine Schwierigkeit." Aha? Sie kannten die Straße schon aus dem Vorjahr. Ich wünschte den beiden eine gute Fahrt, holte mein Rad und disponierte um. Auf zur Südrampe!

Autobahn? Ich glaub, die beiden haben da etwas verwechselt. Aber jetzt war ich schon in der Abfahrt. Umkehren war keine Option mehr. Wird schon irgendwie klappen ohne Hals- und Beinbruch.

JESSAS! Was für eine abenteuerliche und wilde Fahrt! Von Hals- und Beinbruch war ich nicht weit entfernt. Bergauffahren auf der Nordrampe war schon mühsam, die Südrampe war nicht minder abenteuerlich.

Die Landschaft hier im Velebit ist schroff, karg, karstig. Die Berge, die einen umgeben, haben etwas Wildes und Bizarres. Die Felsformationen sind überwältigend. Kein Wunder, dass genau diese Berge und diese Kulisse als Drehorte für die Winnetou-Filme genutzt wurden. Ich war beeindruckt von der Landschaft und von dem Kontrast zur Auffahrt durch den Wald. Die Passhöhe ist nicht nur die Grenze der Gespanschaften Zadar und Lika-Senj, sondern auch zwischen der milden adriatischen Klimazone und dem etwas raueren Gebirgsklima des Hinterlandes. Und das zeigt sich auch im Landschaftsbild.




Einerseits war ich von der Landschaft beeindruckt, vom Tulove Grede, der in Sichtweite war und dem ich immer näher kam, andererseits erweckten die zahlreichen Relikte aus dem Kroatienkrieg ein beklemmendes Gefühl. Der Mali Alan war während des Kroatienkrieges in den 1990er-Jahren eine strategisch bedeutsame und umkämpfte Frontlinie und ist daher teils immer noch mit Landminen belastet. Die Straße selbst ist zwar geräumt und offiziell freigegeben, aber abseits der Straße kann man nicht ausschließen, auf eine Landmine zu treffen.

Gräber, Kreuze mit Inschriften und Kriegsruinen sah ich schon im Aufstieg, auf der Abfahrt häuften sie sich.



Der Tulove Grede - berühmte Kulisse in den Winnetou-Filmen - rückte immer näher. Aber nicht nur der Tulove Grede, sondern die gesamte Landschaft war mehrfach Kulisse der Filme. Ich glaub, ich muss mir die Winnetou-Filme noch einmal anschauen. Man glaubt hier an jeder Ecke, dass Winnetou vorbeigeritten kommt.




Das ist er auch schon. Und genau hier wurde im Andenken an Pierre Brice die oben schon erwähnte Gedenktafel angebracht.


Im Hintergrund sah man zeitweise das Meer.



Gleichzeitig wurde die Straße immer abenteuerlicher und spektakulärer. Ich fuhr Kehren, Kurven mit abenteuerlichen Trassierungen. Mit dem Rad war es eine einzige Rutschpartie. Mit dem Auto würde ich diese Straße nicht fahren wollen. Aber mit dem Rad war es Schwerstarbeit, und ich musste sogar beim Bergabfahren ab und zu schieben, weil ich sonst weggerutscht wäre. Mit 42,5 kg Gesamtgewicht war das schon eine große Herausforderung.












Wenn man bedenkt, dass diese Straße vor 200 Jahren gebaut wurde und noch immer so gut erhalten ist, war sie für die damalige Zeit eine Meisterleistung.

Nach 24 km konnte ich wieder auf Asphalt weiterfahren! Uff! Herrlich ging es weiter bergab - ich war immerhin noch auf einer Höhe von 550 m! Hier war auch die Sperre für die Südauffahrt! Somit stimmte die Aussage, dass die Straße zumindest von einer Seite aus gesperrt ist. Kurz nach Modrići erreichte ich die D 54 und gleichzeitig das Ende der Majstorska Cesta. Ab hier fuhr ich den kürzesten Weg nach Zadar. Ich hatte viel Zeit auf der historischen Passstraße verbracht und wollte bald in Zadar, meinem Etappenziel, ankommen. Dieser Teil der Etappe war weniger spannend, eher wieder nervenaufreibend. Je näher ich Zadar kam, desto mehr Autos und LKWs waren unterwegs. Aber das kannte ich ja schon.

Die Stadtgrenze von Zadar erreichte ich um 17 Uhr 26 und buchte ganz kurzfristig erneut eine Unterkunft in Zadar. Diesmal wählte ich ein Hotel, und das gleich für zwei Übernachtungen. Ich bin mit meiner Tour fertig und beschloss, einen Pause-Relax-Tag in Zadar einzulegen, bevor ich mich in den FlixBus setze. Eine Bahnverbindung gibt es ab Zadar nicht, man muss den Bus nehmen. Mein Zimmer ist recht groß, das Badezimmer ebenfalls. WLAN funktioniert perfekt.

Ich war auch schon Abendessen. Leider war das nicht so berühmt. Buffet mit mäßiger Auswahl. Das Salatbuffet war in Ordnung, die warmen Speisen waren eher schwach gewürzt und schmeckten fad. Na ja, Hauptsache ich wurde satt.

Mittagessen: Weckerl mit Käse, 2 Bananen, Orangensaft und Mineralwasser in einer Tankstelle, isotonische Getränke aus meinen eigenen Fahrradflaschen.
Übernachtung: Hotel Kolovare - geräumiges Zimmer, Badezimmer groß, sauber und gepflegt, WLAN funktioniert perfekt. Preis in Ordnung.
Abendessen: Buffet im Hotel - ich hab schon besser gegessen.
 
Gesamtstrecke 75,33 km
Zeit in Bewegung 7 h 16'
Gesamtzeit 10 h 11'
Temperatur in der Früh 3 °C, tagsüber bis zu 25 °C (in Zadar ist es wärmer. :-))
anfangs Nebel, ab 9 Uhr Sonne pur

Summe aller Steigungen: 867 m
Höhe Sveti Rok: 572 m ü NHN
Höhe Zadar: 5 m ü NHN

Dienstag, 29. September 2026

Tag 16: Plitvička Jezera bis Sveti Rok

Plitvička Jezera bis Sveti Rok:

Wie gestern: Nebel - 5 Grad. Diesmal hielt sich der Nebel sogar bis 10 Uhr! Der Wetterbericht meldete Sonne mit einer Temperatur bis 20 Grad. Ich holte mir wieder die Softshelljacke zusätzlich zur Übergangsjacke, Schal, Stirnband und die geschlossenen Handschuhe aus dem Gepäck. Tagwache war wieder um 6 Uhr, und Frühstück hatte ich selbst am Abend eingekauft.

Gestärkt und leicht fröstelnd fuhr ich um 7 Uhr 43 los.



Seit Tagen fahr ich nicht mehr ohne Beleuchtung. Einerseits wegen der vielen Autos und LKWs und neuerdings auch wegen der Nebelsuppe. Kaum hatte sich der Nebel begonnen aufzulösen, sah ich einen ersten Bären am Wegesrand! Ja, es gibt sie wirklich!


Und um 10 Uhr hatte ich endlich strahlendblauen Himmel und Sonnenschein! Meine heutige Etappe hatte zwar wieder Aufs und Abs (die in Kroatien groß angekündigt werden), aber keine größeren Anstiege oder Pässe.



An einem Militärgelände kam ich heute auch vorbei, und ein Militärhubschrauber kreiste über mir. Ich glaube aber nicht, dass ich das Zielobjekt war!



Bei Udbina verließ ich die Hauptverkehrsstraße D 1 endgültig und steuerte die Einöde an. Mir fiel ein, dass meine heutige Vermieterin mich darauf hingewiesen hatte, dass es vor Ort keine Infrastruktur gibt und ich besser vorher schon einkaufen sollte. Einkaufen? Wo? Noch knapp 30 km bis zu meinem Etappenziel. 7 km vorher gibt es ein Dorf. Mein Navi zeigte mir ein Café-Symbol. Sehr gut! Die haben sicher irgend etwas Essbares, das ich einpacken kann. Außerdem hatte ich noch einiges an Proviant im Gepäck. Ich werd schon nicht verhungern. :-) 

Der eindeutige Vorteil der Einöde war das Fehlen der LKWs und Autos, die 15 cm an mir vorbeiflitzten! Ich hatte herrliche Ruhe und die Straße gehörte mir ganz alleine. Außerdem veränderte sich die Landschaft. Ich sah Berge am Horizont.





Während ich so durch Lovinac fuhr und die Häuser des Dorfes suchte, sah ich einen Pfeil "Zentrum". Aha! Es gibt wohl doch ein Zentrum in diesem Dorf ohne Häuser? Aaaaah ein Kreisverkehr! Auch in Kroatien gibt es Kreisverkehre. Das muss ansteckend sein. Links rein. Und beim dritten Haus war ich im Zentrum. Ein paar Leute saßen an Tischen. Das sah tatsächlich aus wie ein Café. Ich stieg ab, sah eine zweite Tür neben dem Eingang zum Café. Die ließ sich sogar öffnen. Und drinnen war ein Greißler! Ich war gerettet! Ich musste heute nicht verhungern!



Ich verteilte meinen Einkauf (Brot, Käse, Gurke, 2 Paprika, 2 Bananen, 1,5 l Mineralwasser, 1,5 l Orangensaft, Joghurt) auf meine beiden Packtaschen und fuhr zurück zum Kreisverkehr. 7 km bis Sveti Rok. Die schaff ich mit Vollbeladung auch noch.



Durch Sveti Rok musste ich auch erst durchfahren. Da waren 5 Häuser? Oder weniger? Um 13 Uhr 45 erreichte ich meine Unterkunft. Für diese Unterkunft musste ich die Einöde-Straße verlassen und zu einer winzigen Siedlung fahren. Ich fuhr gleich zu weit und landete im Wald. Da war gar nichts mehr, also kehrte ich wieder um. Aber ich fand schließlich das Haus. Ich hab diesmal ein ganzes Ferienhaus. Die einzige Unterkunft, die ich im Umkreis gefunden hatte. Das Rad schob ich gleich über die Wiese runter zum Eingang. Das Rad steht jetzt im Wohnzimmer. Die Schlafzimmer (ich hab 3 Schlafzimmer und 3 Badezimmer sowie 3 WCs!) sind im ersten Stock.

Wenn ich bisher einige Male schrieb, dass mein Apartment riesengroß ist, dann hatte ich das jetzige noch nicht gesehen. Jetzt hab ich eine Ranch! Pico bello gepflegt, sehr sauber, alles nagelneu. Die Küche hat einen Geschirrspüler (ich muss nicht abwaschen!), einen Ceranherd, eine Kapsel-Kaffeemaschine mit 12 Kapseln in der Schachtel daneben. Die 3 Badezimmer sind riesengroß. Das eine mit Badewanne, die anderen beiden jeweils mit Walk-in-Dusche. WLAN funktioniert perfekt.

Mittag gegessen hab ich gerade eben, Abendessen folgt noch später.

Mittagessen: Proviant in der Unterkunft.
Übernachtung: Velebit Lodge - ein ganzes Haus mit großen Zimmern, sehr sauber und gepflegt, 3 große Badezimmer, 3 WCs, 3 Schlafzimmer. WLAN funktioniert perfekt. Preis gehoben.
Abendessen: Proviant in der Unterkunft.
 
Gesamtstrecke 75,51 km
Zeit in Bewegung 5 h 03'
Gesamtzeit 6 h 07'
Temperatur in der Früh 5 °C, tagsüber bis zu 20 °C
anfangs Nebel, ab 10 Uhr Sonne pur

Summe aller Steigungen: 699 m
Höhe Plitvička Jezera: 673 m ü NHN
Höhe Sveti Rok: 572 m ü NHN