PAUSE in Triest:
Zuerst hab ich laaaaaange geschlafen. Danach hab ich noch läääääääänger und gemütlich gefrühstückt. Die Wäsche hängt noch immer herum. Ich hoffe, sie ist trocken bis zum Abend. Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg.
Ich spazierte zum Canal Grande und den Kai entlang. Alles Baustelle. Das war gestern bei der Einfahrt nach Triest schon mühsam mit dem Rad. Aber die Italiener nehmen das recht locker, wenn man Barrikaden überwindet, auf dem Gehsteig fährt und ab und zu gegen die Einbahn unterwegs ist. Gestern bin ich noch oberhalb von Triest an einem Kreisverkehr auf einer falschen Strada Statale gelandet, die oberhalb (geografisch korrekt: nördlich) von Triest vorbeigeführt hätte. Ich bin zur Mitte der Fahrbahn und dann am Ende der Leitplanke auf die Sperrfläche gefahren, hab in die eine Richtung gewunken, in die andere auch. Die Autos haben angehalten, und ich konnte zur Gegenfahrbahn wechseln und zum Kreisverkehr zurückfahren. Geht doch auch so :-) Zumindest in Italien. Und auch in der Stadt ist das alles kein Problem, obwohl Triest stark befahrene Straßen hat. Einmal winken oder gestikulieren, und die Autos machen Platz. Wenn ich an Wien denke .... In Wien ist es halt extrem wichtig, wenn ein Auto 2 Sekunden früher an der nächsten Kreuzung ist! Die Italiener haben mehr Zeit.
Da ich gestern schon beim alten Bahnhof Campo Marzio war, ging ich heute in die andere Richtung. In den alten Hafen "Porto Vecchio".
Der Hafen Triest (Porto di Trieste) ist ein Freihafen und größter Seehafen der oberen Adria. Der Tiefwasserhafen gilt als maritimes Tor für Norditalien, Deutschland, Österreich und Zentraleuropa beziehungsweise als Endpunkt der maritimen Seidenstraße mit ihren Verbindungen über den Suezkanal beziehungsweise die Türkei nach China, Japan und viele Länder Asiens. Der Hafen von Triest ist ein Logistik-Knotenpunkt und über die Baltisch-Adriatische Achse bis in den Ostseeraum und nach Skandinavien vernetzt.
Der Hafen Triest ist in fünf Freihafenzonen unterteilt, von denen drei privatwirtschaftlich betrieben werden:
Alter Freihafen (Punto Franco Vecchio)
Neuer Freihafen (Punto Franco Nuovo)
Neuer Freihafen (Punto Franco Nuovo)
Holz-Terminal (Scalo Legnai)
Die verbleibenden zwei werden direkt von der Hafenbehörde verwaltet und industriell genutzt:
Mineralöl-Freihafenzone (Punto Franco olii minerali)
Zaulkanal-Freihafenzone (Punto Franco del canale di Zaule)
Triest war einer der ersten Häfen weltweit, der mit einer hydrodynamischen Anlage ausgestattet wurde. Das Gebäude hierfür befindet sich hinter dem Hauptpier und wird durch zwei Türme an der Hauptfassade gekennzeichnet. Die Anlage versorgte verschiedene Kaikräne sowie Kräne und Hubanlagen der Speicherhäuser mit Strom. Seit 1983 wird sie nicht mehr betrieben.
Das Gebiet des alten Hafens ist von großer städtebaulicher Bedeutung für Triest und bietet der Stadt die Möglichkeit einer kulturellen und kommerziellen Wiedernutzung im maritimen Geist der Stadt.
SO die Theorie. Das ganze Arreal machte eher einen verfallenen und desolaten Eindruck auf mich. Das war schon vor 3 Jahren so. Und daran hat sich nichts geändert. Ich spazierte zwischen den Schutthaufen, zwischen verfallenen Gebäuden, teilweise entlang der Kaimauer. Teile des alten Hafens sind abgesperrt, und die Bauarbeiter arbeiten fleißig im Chaos. Ob die Bauarbeiten wohl auch bis 2036 andauern werden? Oder gar bis 2046?
Ich machte eine Kehrtwende und ging zurück in die Innenstadt zur Piazza Unità d'Italia und zur Piazza della Borsa. Hier machte ich eine Fotorunde und gönnte mir in einem der Straßenlokale einen Eisbecher.
Zu Abend gegessen hab ich auch schon - in Begleitung einer Möwe. Mein Caprese hab ich aber nicht mit ihr geteilt. Meinen Espresso auch nicht.
Höhe Triest: unverändert 13 m ü NHN (bezieht sich auf mein Hotel). Getrackt hab ich meine Stadtwanderung nicht, meine Uhr zeigt mir an, dass ich 8 km gegangen bin.

















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