Dienstag, 29. September 2026

Tag 16: Plitvička Jezera bis Sveti Rok

Plitvička Jezera bis Sveti Rok:

Wie gestern: Nebel - 5 Grad. Diesmal hielt sich der Nebel sogar bis 10 Uhr! Der Wetterbericht meldete Sonne mit einer Temperatur bis 20 Grad. Ich holte mir wieder die Softshelljacke zusätzlich zur Übergangsjacke, Schal, Stirnband und die geschlossenen Handschuhe aus dem Gepäck. Tagwache war wieder um 6 Uhr, und Frühstück hatte ich selbst am Abend eingekauft.

Gestärkt und leicht fröstelnd fuhr ich um 7 Uhr 43 los.



Seit Tagen fahr ich nicht mehr ohne Beleuchtung. Einerseits wegen der vielen Autos und LKWs und neuerdings auch wegen der Nebelsuppe. Kaum hatte sich der Nebel begonnen aufzulösen, sah ich einen ersten Bären am Wegesrand! Ja, es gibt sie wirklich!


Und um 10 Uhr hatte ich endlich strahlendblauen Himmel und Sonnenschein! Meine heutige Etappe hatte zwar wieder Aufs und Abs (die in Kroatien groß angekündigt werden), aber keine größeren Anstiege oder Pässe.



An einem Militärgelände kam ich heute auch vorbei, und ein Militärhubschrauber kreiste über mir. Ich glaube aber nicht, dass ich das Zielobjekt war!



Bei Udbina verließ ich die Hauptverkehrsstraße D 1 endgültig und steuerte die Einöde an. Mir fiel ein, dass meine heutige Vermieterin mich darauf hingewiesen hatte, dass es vor Ort keine Infrastruktur gibt und ich besser vorher schon einkaufen sollte. Einkaufen? Wo? Noch knapp 30 km bis zu meinem Etappenziel. 7 km vorher gibt es ein Dorf. Mein Navi zeigte mir ein Café-Symbol. Sehr gut! Die haben sicher irgend etwas Essbares, das ich einpacken kann. Außerdem hatte ich noch einiges an Proviant im Gepäck. Ich werd schon nicht verhungern. :-) 

Der eindeutige Vorteil der Einöde war das Fehlen der LKWs und Autos, die 15 cm an mir vorbeiflitzten! Ich hatte herrliche Ruhe und die Straße gehörte mir ganz alleine. Außerdem veränderte sich die Landschaft. Ich sah Berge am Horizont.





Während ich so durch Lovinac fuhr und die Häuser des Dorfes suchte, sah ich einen Pfeil "Zentrum". Aha! Es gibt wohl doch ein Zentrum in diesem Dorf ohne Häuser? Aaaaah ein Kreisverkehr! Auch in Kroatien gibt es Kreisverkehre. Das muss ansteckend sein. Links rein. Und beim dritten Haus war ich im Zentrum. Ein paar Leute saßen an Tischen. Das sah tatsächlich aus wie ein Café. Ich stieg ab, sah eine zweite Tür neben dem Eingang zum Café. Die ließ sich sogar öffnen. Und drinnen war ein Greißler! Ich war gerettet! Ich musste heute nicht verhungern!



Ich verteilte meinen Einkauf (Brot, Käse, Gurke, 2 Paprika, 2 Bananen, 1,5 l Mineralwasser, 1,5 l Orangensaft, Joghurt) auf meine beiden Packtaschen und fuhr zurück zum Kreisverkehr. 7 km bis Sveti Rok. Die schaff ich mit Vollbeladung auch noch.



Durch Sveti Rok musste ich auch erst durchfahren. Da waren 5 Häuser? Oder weniger? Um 13 Uhr 45 erreichte ich meine Unterkunft. Für diese Unterkunft musste ich die Einöde-Straße verlassen und zu einer winzigen Siedlung fahren. Ich fuhr gleich zu weit und landete im Wald. Da war gar nichts mehr, also kehrte ich wieder um. Aber ich fand schließlich das Haus. Ich hab diesmal ein ganzes Ferienhaus. Die einzige Unterkunft, die ich im Umkreis gefunden hatte. Das Rad schob ich gleich über die Wiese runter zum Eingang. Das Rad steht jetzt im Wohnzimmer. Die Schlafzimmer (ich hab 3 Schlafzimmer und 3 Badezimmer sowie 3 WCs!) sind im ersten Stock.

Wenn ich bisher einige Male schrieb, dass mein Apartment riesengroß ist, dann hatte ich das jetzige noch nicht gesehen. Jetzt hab ich eine Ranch! Pico bello gepflegt, sehr sauber, alles nagelneu. Die Küche hat einen Geschirrspüler (ich muss nicht abwaschen!), einen Ceranherd, eine Kapsel-Kaffeemaschine mit 12 Kapseln in der Schachtel daneben. Die 3 Badezimmer sind riesengroß. Das eine mit Badewanne, die anderen beiden jeweils mit Walk-in-Dusche. WLAN funktioniert perfekt.

Mittag gegessen hab ich gerade eben, Abendessen folgt noch später.

Mittagessen: Proviant in der Unterkunft.
Übernachtung: Velebit Lodge - ein ganzes Haus mit großen Zimmern, sehr sauber und gepflegt, 3 große Badezimmer, 3 WCs, 3 Schlafzimmer. WLAN funktioniert perfekt. Preis gehoben.
Abendessen: Proviant in der Unterkunft.
 
Gesamtstrecke 75,51 km
Zeit in Bewegung 5 h 03'
Gesamtzeit 6 h 07'
Temperatur in der Früh 5 °C, tagsüber bis zu 20 °C
anfangs Nebel, ab 10 Uhr Sonne pur

Summe aller Steigungen: 699 m
Höhe Plitvička Jezera: 673 m ü NHN
Höhe Sveti Rok: 572 m ü NHN

Montag, 28. September 2026

Tag 15: PAUSE in Plitvička Jezera

PAUSE in Plitvička Jezera:

Ich war heute im Paradies. Wie schön doch die Natur sein kann! Natürlich hab ich zuerst laaaaaange geschlafen. Danach hab ich noch läääääääänger und gemütlich gefrühstückt. Die Wäsche hängt noch immer herum. Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg.
 
Mein Ticket konnte ich doch nicht umbuchen auf eine spätere Eintrittszeit. Aber das war auch egal, ich war zeitig genug dran.

Und dann spazierte ich durch den Nationalpark Plitvicer Seen. Unbeschreiblich schön! Die Fotos geben nicht einmal annähernd das wieder, was ich gesehen habe.




























Eine Auswahl an Fotos hab ich in ein Cloud-Album geladen:


Bevor ich zu meinem Apartment zurückging, gönnte ich mir ein Mittagessen im Nationalpark:

Žgvacet od Kokoši (pileći batak, zabatak, crveno vino, pelati, stabljika celera, ekstra djevičansko maslinovo ulje).
Wer kann mir das bitte übersetzen? Das waren kurze dickere Nudeln  (sahen aus wie Spätzle, waren aber nicht gekringelt) mit Hühnerragout.

Anschließend Topfentörtchen mit Espresso. 1 Liter Mineralwasser.

Höhe Plitvička Jezera: unverändert 673 m ü NHN
Meine Wanderung hab ich mit bergfex getrackt: 10,01 km
Dabei hab ich nur einen kleinen Teil der Seen gesehen. Um alle zu sehen, müsste man einige Tage hier verbringen.

Morgen geht's weiter in südöstlicher Richtung ...

Sonntag, 27. September 2026

Tag 14: Otočac bis Plitvička Jezera

Otočac bis Plitvička Jezera:

Nebel - 5 Grad. Bist du g'scheit! Haben wir schon Winter? Ob hinter der Nebeldecke irgendwann die Sonne herauskommen würde, wusste ich in der Früh noch nicht. Der Wetterbericht meinte, ja: Sonne bei Temperaturen bis 18 Grad. Ich öffnete gleich noch einmal die Packtaschen und fischte Softshelljacke (zusätzlich zur Übergangsjacke), Schal, Stirnband und die geschlossenen Handschuhe heraus. Die Goretexhandschuhe hab ich leider nicht dabei. Tagwache war natürlich wieder um 6 Uhr, und Frühstück selbst eingekauft am Abend.

Um 7 Uhr 43 fuhr ich leicht fröstelnd los und hoffte (tatsächlich!) auf Anstiege, damit mir warm wird. Auf den ersten 10 km tat sich noch nichts, aber dann begann es moderat bergauf zu gehen. 265 Höhenmeter. Na bitte. Geht doch! Gleichzeitig versuchte die Sonne ihr Glück. Und um 9 Uhr hatte ich wirklich strahlendblauen Himmel und Sonnenschein! SUPER!






Nach insgesamt 36 km ging es gleich zweimal hintereinander bergauf. Diese beiden Anstiege waren schon etwas knackiger. Pogledalo zeigte mir Strava an. Immerhin war ich bei der Überquerung auf fast 900 m!






JA! Genau das war mein heutiges Ziel:


Das Meer sah ich heute gar nicht. Auch von der Passhöhe aus nicht. Aber die Landschaft ist hier trotzdem sehr schön! Und bei Sonnenschein und kitschig blauem Himmel erst recht.


Ja, ja, ich füttere die Bären schon nicht. Das hab ich heute schon mehrmals gelesen, dass man keine Essensrestln wegwerfen soll, weil man damit die Bären anlockt. Abgesehen davon, dass ich das NIE mache (ich pack immer alles ein und werfe es erst weg, wenn die Möglichkeit dazu besteht), hab ich bisher noch keinen Bären gesehen, außer auf Plakaten.


Um 13 Uhr 13 erreichte ich Plitvička Jezera, mein Quartier - wieder ein Apartment - ein paar Minuten später. Da es noch nicht fertig war, trug ich nur das Gepäck rauf und drehte eine Runde durch die "Siedlung" Mukinje. Den Lebensmittelladen nebenan verpasste ich knapp, der hatte heute am Sonntag nur bis Mittag geöffnet. Dafür verputzte ich meine Proviantrestln. Unterwegs machte ich keine Picknick-Pause, so dass mein Magen knurrte.

Mein Apartment ist wieder riesengroß, nur das Badezimmer ist winzig. ABER ich hab eine Waschmaschine, die ich sofort anwarf. Die Wäsche hängt mittlerweile auch schon zum Trocknen. WLAN ruckelt ziemlich und fällt immer wieder aus. Ein Ticket für den Eintritt im Nationalpark Plitvička Jezera hab ich online gebucht. Eintritt hab ich für 10 Uhr gewählt. Ich hoffe, ich schaff das morgen! Ein Umbuchen der Uhrzeit ist aber nachträglich noch möglich.

In anderen Worten: morgen mache ich PAUSE und schau mir die Plitvicer Seen an. :-)

Abendessen war ich im Bistro um die Ecke. Eine ganz banale Pizza Calzone. Sie hat gut geschmeckt.

Mittagessen: unterwegs nix, Proviant erst in der Unterkunft gegessen.
Übernachtung: Apartman "Plitvice and You" - das Apartment ist riesengroß, sauber und gepflegt, Badezimmer ist sehr winzig. WLAN ruckelt ziemlich. Preis für die Nationalparknähe in Ordnung.
Abendessen: Pizza Calzone im Bistro ums Eck.
 
Gesamtstrecke 59,88 km
Zeit in Bewegung 4 h 41'
Gesamtzeit 7 h 30'
Temperatur in der Früh 5 °C, tagsüber bis zu 18 °C
anfangs Nebel, der sich bald auflöste, ab 9 Uhr Sonne pur

Summe aller Steigungen: 756 m
Höhe Otočac: 454 m ü NHN
Höhe Plitvička Jezera: 673 m ü NHN